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Marcion

Marcion und sein Kanon des Neuen Testamentes

Marcion hat den Text im Sinne seiner Lehre „wiederhergestellt“ und „gereinigt“. Einige Theologe meinen, daß es bereits ein kirchliches Neues Testament gegeben habe, das Marcion habe ersetzen wollen. Die anderen meinen, daß Marcions Kanon hat die Reaktion der Katholischen Kirche herforgerufen, den Kanon des Neuen Testamentes zu besprechen

Biographie von Marcion

Marcion (ca. 85 - 160) war von Beruf Schiffseigner und Kaufmann. Er trat der römischen Gemeinde, gab ihr ein Geschenk von 200 000 Sesterzen. Später kam  es zum Bruch mit der Gemeinde, bei dem ihm sein Geldgeschenk zurückerstattet wurde. Unmittelbar daraufhin kam er vermutlich um das Jahr 140 von Pontus nach Rom und gründete dort 144 seine Kirche.

Position von Marcion in seiner Kirche

Die Marcioniten hatten später die Vorstellung, Paulus und Marcion sässen zur Rechten und zur Linken des Heilands im Himmel.Marcion

Marcioniten setzten zwischen Christus und Marcion 115 Jahre und 6 ½  Monate an. Für sie war er „Apostel Jesu Chisti“. Nach Tertullian war er zunächst ein „rechtgläubiger“ Christ. Sein Vater sei katholischer Bischof gewesen, der seinen Sohn der Verführung einer Jungfrau wegen aus der Kirche ausgeschlossen habe. In Rom könnte 154/155 auch die Begegnung Marcions mit Polykarp stattgefunden haben, bei der dieser Marcions Bitte um Anerkennung drastisch ablehnt.

Marcion

Clemens von Alexandria teilt mit, dass es die Irrlehrer (Basilides, Valentni und Marcion werden genannt) zu Hadrians Zeiten auftraten, die ihre Abkunft von ApostelschГјler behaupten (Basilides von Glaukias (Dolmetscher Petrus); Valentinus von Theodas (SchГјler des Paulus); Marcion wurde mit dem Simon Petrus in Verbindung gebracht).

Marcions Kirche breitete sich rasch aus: im 4. Jh gab es die Marcioniten in Rom, Italien, Ägypten, Palästina, Arabien, Syrien, Zypern, in der Thebais, in Persien und an anderer Orten.

Kanon des Neuen Testamentes von Marcion

Marcions entscheidender Schritt bestand nicht darin, dass er das Evangelium nach Lukas und die Paulinische Briefe für verbindlich erklärte – das waren sie in der Kirche auch; entscheidend war, dass er aus einer grösseren Zahl überlieferter christlicher Texte die „richtige“ Auswahl traf und die übrige Tradition verwarf.

Das grundsätztliche Charakteristikum der Kirche Marcions war der in ihr gültige „Kanon“ verbindlich annerkanter theologischer Schriften:

„Evangelium“ (Lukas-Evangelium)
„Apostel“ (10 Paulusbriefe)
Galater,
Zwei Briefe an Korinther
Römer
Zwei Briefe an Thessaloniker
Laodicenerbrief (es geht um Brief an die Epheser)
Koloser
Philiper
Philimon

Marcion hat den Text im Sinne seiner Lehre „wiederhergestellt“ und „gereinigt“. So kritisiert Irenäus den Marcion gar nicht so sehr, dass Marcion lediglich Lukas-Evangelium und Paulus „kanonisiert“ habe, sondern, dass er die Schriften „beschnitten“ hat: z.B. hat Marcion den ersten Vers im Lukas-Evangelium und in den Briefen von Paulus gestriechen.

Marcions kritische Arbeit ist am ehesten verständlich, wenn man annimmt, dass diese Werke in der Kirche bereits in gewisser Hinsicht eine „kanonische“ Geltung besassen. Einige Theologe meinen, daß es bereits ein kirchliches Neues Testament gegeben habe, das Marcion habe ersetzen wollen. Die anderen meinen, daß Marcions Kanon hat die Reaktion der Katholischen Kirche herforgerufen, den Kanon des Neuen Testamentes zu besprechen.

Marcions Lehre

Marcions Paulustext und seine „Antithesen“ sind aus den Werken seiner Gegener (bes. aus Tertullian) bekannt.

Es gibt 2 Götter, den gerechten und den guten Gott. Der gerechte Gott hat die Welt erschaffen, ihr das Gesetz gegeben und die Menschen damit in Sünde und Verderben geführt. Der gute Gott hat sich im „15. Jahre des Kaisers Tiberius“ der Menschen erbarmt und ihnen in Jesus Christus die Erlösung geschenkt.

Marcions guter Gott hat mit dem Gesetz nichts zu tun – und so ist eine Erlösungstat gar kein Akt der Gnade. Der Gnade enterpretierte er als Übergang von der Machtsphäre des Schöpfers in die des guten Gottes.                      

Woher hat Marcion diese 2-Götter-Lehre gewonnen? Einer der Belegtexte war zweifellos 2 Kor 4, 4 und dazu auch: 1 Kor 8, 5f.
Marcion erklärt, der Schöpfer habe das Gesetz gegeben, um auf diese Weise die Menschen beherrschen zu können.

Marcion hat Gal 3, 15 –25 getilgt, Gal 1, 1 geändert (Christus nach Marcion ist aus Seiner Kraft erstanden).

Einige Forscher meinen: die Alte Kirche sah in Marcion einen Gnostiker. Aber seine 2-Götter-Lehre ist nicht aus dem Dualismus der Gnosis abgeleitet, sondern sie ist das Ergebnis einer einseitigen und radikalen Interpretation der biblischen Texte durch buchstabengetreue wärtliche Auslegung.

Fazit

Hippolyt machte den Fazit: Marcions Lehre geht auf Empedokles, nicht auf Paulus zurГјck.

A. Lindemann: „...Marcion hat die Kirche zu der Erkenntnis gezwungen, dass es nicht genügte, Worte Jesu oder Worte des Paulus formal zu zitieren. Er zwang sie dazu, diese Worte theologisch zu interpretieren und Sachkriterien zu finden, die den häretischen Gebrauch der Schrift widerlegten.“ (Paulus im ältesten Christentum, 1979. S. 395) Durch Marcion wurden folgende Themen besonders herausgefordert: Paulusrezeption, Verhältnis Gesetz – Evangelium, Christologie, christliche Gotteslehre, Schriftverständnis.

Marcions Wirkung war grösser als irgendeines anderen frühchristlichen Häresiearchen.


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